Station 14 "Pfingstflut"

Fiktion trifft Historie 

Ritter Wirnt von Graevenberc lebte zu der Zeit der folgenden Geschichte nicht mehr. Das Mittelalter ist längst vergangen. Doch lassen wir ihn eine Zeitreise untenehmen und nochmals zum Helden in einer ihm fernen Zukunft werden:

Ritter Wirnt befindet sich hoch zu Pferd, geführt von seinem Knappen Ferdie und reitet die Steigung hinauf zur Stadtmitte. Es gewittert und regnet was das Zeug hält.
Der Knappe Ferdi ist schon komplett durchweicht: „Wir müssen schnell einen Unterstand finden, das Pferd scheut schon und schmeißt euch bald ab!“ Doch Ritter Wirnt hat es eilig: „Es ist Pfingstmontag, schüttet wie aus Kübeln und wir sind spät dran. Wir müssen in die Kirche und der Gottesdienst beginnt bald! – Wir können nicht warten!“

Da passiert es, ein Blitz schlägt ganz in der Nähe ein und es donnert heftig. Das Pferd des Ritters scheut und wirft Ritter Wirnt ab. Knappe Ferdi versucht das Pferd zu beruhigen: „Ho! Ho, ganz ruhig! - Mein Ritter ist euch etwas zugestoßen?“ „Nein, nein, es geht schon. Ich habe ja meine Rüstung zum Schutz. – Da vorne, die Scheue, da stellen wir uns unter!“ Ferdi hört es zuerst: „Was war das?! Wer ruft da?!“ Übertönt von dem Unwetter dringen den beiden schwach Hilferufe ans Ohr. 
„Da, gegenüber! Die Leute in dem Haus gegenüber.“  Die Kalkach ist zu einem reißenden Fluss angeschwollen. Das Haus Nr. 10 am Pinsel ist schon umgeben von den Wassermassen. Menschen und Tiere in dem Haus suchen nach Rettung. Ritter Wirnt erkennt: „Sie kommen nicht mehr aus dem Haus, die Tür klemmt und der Wasserstand des Flusses schwillt immer mehr an!“ Vor den Augen der beiden wackeren Helden wird das Haus von den Wassermassen langsam mitgerissen. 
Knappe Ferdi kann es nicht mit ansehen: „ Springen, springen, ihr müsst springen, bevor das Haus mitgerissen wird und abstürzt!“
Ritter Wirnt: „Zu spät!“

Die Geschichte beruht auf folgender Begebenheit: Am Pfingstmontag, den 08.06.1778 kamen bei dieser Tragödie unzählige (7) Menschen und Stück Vieh zu Tode, als die Wassermassen der Kalkach das komplette Haus mitrissen und mit sich in die Tiefe zogen.